Kletterfahrt nach Südtirol (7. bis 10. Juni 2014)

Über Pfingsten verbrachten elf Jugendliche vier (trotz großer Hitze) coole Tage beim Klettern in Südtirol.
Um dem üblichen Ferienverkehr zu entkommen, trafen wir uns am Samstag schon um fünf Uhr in der Früh und brachen mit zwei voll beladenen Autos Richtung Süden auf. Trotzdem war so viel los, dass es an einigen Stellen nur sehr zäh voran ging. Als dann auch noch das Kühlwasser eines Autos Probleme machte, sahen wir uns gezwungen, in Sterzing eine unplanmäßige Pause einzulegen. Nach diesem Boxenstopp ging es dann aber ganz gut weiter bis nach Kurtatsch. Von dort kämpften sich die Fahrer auf sehr schmalen und steilen Straßen (die diese Bezeichnung kaum verdienen) den Berg hinauf, bis zu einem schönen Zeltplatz der Kolpingjugend bei Graun. Da es erst früh am Nachmittag war, gingen wir nach einem kleinem Erkundungsspaziergang zu einem nahegelegenen Felsen zum Klettern. Der Fels war ein genialer Auftakt für unser Kletterzeltlager: Leicht genug, um sich nicht schon am ersten Tag total verausgaben zu müssen, schöne, griffige Routen, und durch seine Lage im Wald schattig genug, um der Hitze der Sonne zu entgehen. Da es um diese Jahreszeit sehr lang hell ist, hatten wir nach dem Klettern noch genug Zeit, unsere drei Zelte aufzustellen und uns ein Abendessen zu kochen.
Auch am nächsten Tag sollte es wieder sehr heiß werden. Deshalb planten wir nur vormittags zu klettern, und danach im Kalterer See zu baden. Auf der Fahrt vom Zeltplatz zum Truden-Klettergarten fanden wir heraus, dass es auch eine „richtige“ Straße nach Graun gibt. Das hielt uns aber nicht davon ab, wieder enge, steile Schleichwege zu fahren, obwohl wir wussten, dass auch eine normale Straße zum Klettergarten hinauf führt. Rentiert hat sich die Fahrt auf jeden Fall: Obwohl der Fels schwieriger ist, als der bei Graun, war doch für jeden etwas dabei. Und auch dieser Fels war nicht speckig. So genossen wir einige Stunden lang vor allem die schattigeren Routen, die dieser Fels zu bieten hatte. Doch schon bald wurde es so heiß, dass sich alle nach einem erfrischenden Bad im See sehnten. Bei der Fahrt (diesmal auf der normalen Straße) hinunter ins Tal, stellten wir nicht nur fest, dass es unten noch heißer ist, sondern auch, dass am Kalterer See so viel los ist, dass wir, falls wir einen Parkplatz gefunden hätten, höchstens noch einen Stehplatz im See bekommen hätten. Aber zum Glück ist der Kalterer See nicht das einzige Gewässer. Ganz in der Nähe gibt es einen Kanal mit überraschend klarem Wasser (die Etsch hat mehr wie Kaffee in einer Klospülung ausgeschaut), und einer schönen Steinbrücke, deren Geländer breit genug ist, um bequem darauf in der Sonne liegen zu können. Nach einem kleinem Picknick im Schatten einer angrenzenden Obstplantage, gelang es uns auch in besagtem Kanal eine Brille unwiederbringlich zu versenken. Bei der anschließenden Suchaktion fanden wir zwar nicht die Brille, dafür aber eine faszinierende Schlange im Bach. Nach dem Bad im kalten Wasser gönnten wir uns noch ein Sonnenbad auf der Brücke, bei dem wir nicht nur die Aufmerksamkeit der Straßenverkehrsteilnehmer auf uns lenkten, sondern auch einige Pfiffe der vorbeifahrenden Eisenbahn ernteten. Zum Abendessen fuhren wir die inzwischen bekannte Straße zurück zum Zeltplatz. Den Abend ließen wir ganz gemütlich am Lagerfeuer ausklingen.
Für den nächsten Tag nahmen wir uns den Burrone-Klettersteig vor, welcher in einer Klamm verläuft, in der es bei heißem Wetter angenehm kühl ist. Die Kletterstellen waren für uns kein Problem, und so hatten wir eine Menge Spaß während wir am Bach entlang durch die enge Schlucht liefen. Bei einem Wasserfall nahmen wir (manche mehr, manche weniger) eine kalte Dusche. Doch so erfrischend das auch war, der Abstieg auf dem steilen Weg war dafür um so heißer. Wieder unten angekommen verschlug es uns dann auf der Suche nach einem gemütlichen, schattigen Plätzchen am Wasser für eine Brotzeit, nach einigem hin- und herirren, wieder zum Einstieg des Klettersteigs. Auf einer Kiesbank in der Schlucht neben einem Wasserfall war es zwar laut, aber alle wichtigen Kriterien für unseren Brotzeitplatz (Schatten, kühl, am Wasser) wurden erfüllt.
Nachdem wir am Dienstag, unserem letzten Tag, den Zeltplatz geräumt und viele kreative Gruppenbilder gemacht hatten, fuhren wir auf dem Heimweg doch noch zum Kalterer See. Und an diesem Werktag war dort auch deutlich weniger los. Wir verbrachten unsere letzten Stunden in Südtirol mit Wasserrugby, Kunstsprüngen von einer künstlichen Insel und einem Picknick auf der Liegewiese (auf der wir auch tatsächlich Liegen konnten), bevor wir endgültig die Heimreise antraten. Müde, aber mit vier erlebnisreichen Tagen im Gepäck kamen wir abends daheim an.

Martin

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